Heimsieg gegen Kiel: Mit Willensleistung zur Sensation

Was für ein Spiel! Vor ausverkaufter Lipperlandhalle bezwang der TBV Lemgo den THW Kiel mit 34:30 (16:11). Bester Torschütze des Abends war Dominik Ebner mit acht Treffern.

Der TBV startete mit Tim Hornke, Donát Bartók, Tim Suton, Azat Valiullin, Tom Skroblien, Christoph Theuerkauf im Wechsel mit Christian Klimek und Jonas Maier im Tor. Das erste TBV-Tor gelang Skroblien, der über außen abräumte, Hornke legte per Tempogegenstoß zum 2:0 nach. Eine Zeitstrafe pfiffen die Schiris in der fünften Minute gegen Suton, für ihn kam Andrej Kogut und Theuerkauf als zusätzlicher Feldspieler für Maier. In Überzahl gelang den Gästen der Ausgleich zum 2:2, doch Lemgo konnte nach einem gewaltigen Rückraumtreffer von Bartók wieder in Führung gehen. In der 17. Minute gelang dem TBV gar die Zwei-Tore-Führung, Skroblien netzte zum 9:7. Kurz zuvor war Kogut für Valiullin, der sich am Fuß behandeln lassen musste, ins Spiel gekommen, Suton rückte auf Halblinks. Beim 9:8 nahm Florian Kehrmann seine erste Auszeit. Lemgo spielte weiter mit hohem Tempo und konnte mit 10:8 und wiederum mit 11:9 in Führung gehen, auch weil Maier den Kielern einige Bälle abknöpfte. Darunter ein Siebenmeter in der 26. Minute. Auch der frisch eingewechselte Dominik Ebner zündete sofort und traf zum 13:10, was den Gästecoach zu einer Auszeit kurz vor dem Pausenpfiff zwang. Erneut eroberte der TBV in der Abwehr den Ball, konnte ihn aber diesmal vorne nicht unterbringen. Doch der TBV ließ sich nicht entmutigen, holte sich noch zwei weitere Male die Kugel und versenkte! Mit einem Fünf-Tore-Vorsprung (16:11) ging es in die Kabine.

Der THW Kiel reagiert, brachte Shooter Marko Vujin und wechselte den Torhüter. Zwar trafen die Gäste im ersten Angriff, doch der TBV machte da weiter, wo er aufgehört hatte. Hornke kassierte früh eine Zeitstrafe, was Lemgo nicht daran hinderte vorne weiter zu treffen. 18:13 stand es in der 35. Minute. Bartók war an diesem Abend beinahe nicht zu halten, erhöhte mit seinem fünften Treffer auf 21:15. Gästecoach Gislason zückte die nächste grüne Karte, Kiel stabilisierte sich vorne und traf konstanter. Noch eine Viertelstunde galt es im ausverkauften Hexenkessel, der seinem Namen alle Ehre machte, noch zu spielen, Lemgo lag mit 26:20 in Front. Die Gäste holten zwei Tore auf und varrierten ihre Abwehrreihen, doch immer wieder fand der TBV Lösungen und ließ es in den letzten Minuten ruhig angehen, um die Sensation nach Hause zu bringen. Vor allem Ebner drehte noch einmal richtig auf, neun Treffer gelangen dem Linkshänder insgesamt. Auch die offensive Schlussformation zerspielte Lemgo und schaffte die Riesenüberraschung am Endemit 34:30.

Alfred Gislason: Ich bin sehr enttäuscht von unserem Spiel. Wir waren in der Abwehr zu langsam, kamen nicht dazu, das Lemgoer Spiel zu unterbinden, dadurch hatten wir auch kaum Torhüterleistung. Allein in der ersten Halbzeit haben wir acht technische Fehler gemacht und bringen Lemgo dann Sicherheit in seinem Spiel. Letztendlich hat Lemgo das Spiel verdient gewonnen, Glückwunsch.

Florian Kehrmann: Wenn man in unserer Situation den THW Kiel schlägt, dann sind das besondere Momente, für die man das auch alles auf sich nimmt. Wir hatten direkt viel Aggressivität in der Abwehr und haben uns Sicherheit geholt. Wir haben so viel Tempo gemacht, dass wir nicht so häufig gegen den THW im Angriff spielen musste. Wenn man merkt, dass es läuft, passieren Dinge, die man nicht trainieren kann. Wenn man mit fünf zur Halbzeit führt, geht es darum nicht zu überpowern. Das war eine Willensleistung, wir sind immer im System geblieben. Egal wer von der Kieler Bank kam, wir haben das immer beantwortet.

TBV Lemgo: Wyszomirski, Maier, Månsson (1), Kogut (1), Ramba, Ebner (8), Theuerkauf (2), Hornke (5), Skroblien (6), Suton (3), Bartók (5), Valiullin (2) Klimek (1), Zerbe, Zieker.

 

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