Keine Chance gegen den Deutschen Meister

Ohne den verletzten Kapitän Rolf Hermann musste der TBV Lemgo beim Deutschen Meister THW Kiel in eine 32:23-Niederlage einwilligen. Erfolgreichster Werfer des TBV war Kreisläufer Marcel Niemeyer mit fünf Toren.

Trainer Florian Kehrmann hatte sich zu einer von den Gastgebern sicher nicht erwarteten Anfangsaufstellung entschlossen. Im Tor begann Jonas Maier, auf den beiden Außenpositionen Tim Hornke und Tom Skroblien, am Kreis Marcel Niemeyer und im Rückraum  Max Höning, Erwin Feuchtmann und Jonathan Stenbäcken, der in der Abwehr durch Gustav Rydergård abgelöst wurde.

Die Kieler legten gleich im ersten Angriff durch Wiencek vor, aber Tom Skroblien glich postwendend mit seinem ersten Ligatreffer für den TBV zum 1:1 aus. Von Beginn an zeigten die Gastgeber, dass sie die Niederlage in Flensburg vergessen machen wollten, gingen in der Abwehr energisch und konzentriert zur Sache und zeigten sich genau so entschlossen im Angriff, wenn auch nicht alles fehlerfrei funktionierte. Der TBV Lemgo hingegen erzeugte zu wenig Druck aus dem Rückraum oder leistete sich technische Fehler, so dass der THW bereits Mitte der ersten Halbzeit mit vier Toren in Führung lag. Einzig Jonas Maier konnte sich mit mehreren Paraden und gehaltenen Siebenmetern auszeichnen und einen höheren Rückstand verhindern. Ohne den verletzten Kapitän Rolf Hermann und auch ohne Spielmacher Andrej Kogut, der wegen einer leichten Blessur geschont wurde, schickte TBV-Trainer Florian Kehrmann seine Spieler in wechselnden Varianten auf das Feld. Anton Månsson agierte als zweiter Kreisläufer, Arne Niemeyer bekam viele Einsatzzeiten im Rückraum. Nach einer Lemgoer Auszeit in der 23. Minute beim Stand von 13:6 konnten der immer besser ins Spiel kommende Max Höning, Arjan Haenen und Anton Månsson den Rückstand dann etwas verkürzen, bevor Alfred Gislason eine Auszeit nahm und sein Team das Tempo wieder anzog. Obwohl Jonas Maier den dritten Siebenmeter hielt, musste der TBV Lemgo mit einem Rückstand von 18:11 in die Pause gehen.

Nach der Halbzeit wechselte Kehrmann Nils Dresrüsse ein und schickte Patrick Zieker auf die linke Außenbahn. Arne Niemeyer steuerte zwei Treffer, auch Erwin Feuchtmann war erfolgreich. In der 42. Minute nahm Kehrmann beim Stand von 22:15 eine Auszeit. Obwohl klar war, dass es an diesem Tag in Kiel nichts zu holen geben würde, steckte der TBV nicht auf und ließ zunächst nicht zu, dass die Gastgeber ihren Vorsprung weiter ausbauen konnten. Bis zur 46. Minute hatte der Sieben-Tore-Rückstand aus Lemgoer Sicht Bestand, bevor der Unterschied zwischen beiden Teams in der letzten Viertelstunde offensichtlicher zu Tage trat. Landin entschärfte viele Lemgoer Würfe und zeigte sich deutlich stärker als zuletzt, Patrick Wiencek ackerte am Kreis und erzielte die Tore selbst oder holte Siebenmeter heraus, die Niclas Ekberg zumeist verwandelte, bevor er in der 54. Minute in Nils Dresrüsse seinen Meister fand.

In der 50. Minute war der Rückstand beim Stand von 29:18 auf elf Tore angewachsen, doch auch in dieser Situation zeigten die Lemgoer Moral und ließen nicht nach. Besonders Marcel Niemeyer drehte in dieser Phase auf, erzielte drei Treffer und  war  von Weinhold nur durch ein Foul zu stoppen, den darauf folgenden Siebenmeter konnte Arjan Haenen sicher verwandeln. Und da auch Keeper Nils Dresrüsse neben dem gehaltenen Siebenmeter noch weitere Würfe entschärfen konnte, gelang es, die Niederlage in einer mit nur zwei Strafzeiten sehr fair geführten Partie am Ende in Grenzen zu halten.

Im Rückblick auf das Spiel meinte TBV-Trainer Florian Kehrmann sieht: "Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt. den Rückstand vor der Halbzeit auf vier Tore zu verkürzen. Durch die Deckungsumstellung in der zweiten Halbzeit haben wir einige Bälle gewonnen, dann aber in der zweiten Phase zwei, drei einfache Fehler gemacht. Weil klar war, dass wir das Spiel nicht gewinnen konnten, habe ich versucht, die Einsatzzeiten auf alle Spieler zu verteilen und somit Kräfte zu schonen für unser sehr wichtiges Spiel am Samstag zuhause gegen Wetzlar." 

TBV Lemgo: Maier (1.-30.), Dresrüsse (31.-60.); Månsson (1), Feuchtmann (1), Kogut, Hornke (2/1), Rydergård, Stenbäcken, Skroblien (3), A. Niemeyer (3), Haenen (3/3), Höning (3), Zieker (2), M. Niemeyer (5)

Video Pressekonferenz

Foto: HBL-Datenbank/THW Kiel

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