Knappe Niederlage gegen Hannover: 25:27 im letzten Auswärtsspiel des Jahres

Am 18. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga verlor TBV Lemgo nach einer ordentlichen Leistung auswärts 25:27 gegen den Tabellenvierten TSV Hannover-Burgdorf. Bester Lemgoer Werfer war Christoph Theuerkauf mit fünf Treffern.

Der TBV begann mit der bewährten ersten Sieben: Patrick Zieker und Tim Hornke auf den Außen, Fabian van Olphen, Andrej Kogut, Isaias Guardiola im Rückraum sowie Christoph Theuerkauf am Kreis und Peter Johannesson im Kasten. In der Abwehr erfolgte wie üblich der Spezialistenwechsel mit Christian Klimek im Innenblock.

Lemgo, als erstes im Angriff, markierte durch Theuerkauf das erste Tor über den Kreis. In der Abwehr verteidigte man zwei Mal gut, konnte die Chancen vorn aber nicht umwandeln, sodass die Gastgeber ihrerseits zum 1:1 ausgleichen konnte. Sowohl Johannesson als auch sein Gegenüber Martin Ziemer erwischten einen guten Start, genauso wie beide Abwehrreihen. In der zehnten Spielminute stand es 3:2 für Lemgo, wenig später erhöhte Kogut auf 4:2, Hornke von der Marke auf 5:2. Als Theuerkauf nach Anspiel des eingewechselten Tim Suton zum 6:2 traf reagierte Hannovers Coach Ortega mit einer Auszeit. Florian Kehrmann brachte anschließend Dominik Ebner auf Halbrechts, der sich gleich mit einem schönen Anspiel auf Theuerkauf einbrachte, 7:3-Führung TBV. Gänzlich abschütteln ließen sich die Gastgeber allerdings nicht und waren beim 8:5 in Schlagdistanz. In der 20. Minute musste Suton runter, der nach einer Angriffsaktion offensichtlich Schmerzen an der Wurfhand hatte, Kogut übernahm für einige Angriffe. Das neunte Tor des TBV an diesem Abend war gleichzeitig das tausendste Bundesligator von Fabian Olphen! Auch der hervorragend aufgelegte Johannesson trug sich mit einem Treffer ins leere Burgdorfsche Gehäuse in die Torschützenliste ein. Das Spiel blieb aber stets eng, mit einem 13:11-Vorsprung aus Lemgoer Sicht ging es in die Halbzeitpause.

Der zweite Durchgang begann mit einem Lemgoer Steal, der aber leider nicht umgemünzt werden konnte. Stattdessen gelang Hannover der Anschlusstreffer zum 13:12, wenig später legte Hornke unter drohendem Zeitspiel aber auf 14:12 nach. In der 35. geriet der TBV in Unterzahl, Guardiola holte sich eine Zeitstrafe ab. Die Überzahl nutzte Hannover für den Ausgleich, 15:15, und wenig später die erste Recken-Führung, 15:16. Kehrmann fackelte nicht lange und legte die grüne Karte, um das Spiel nicht kippen zu lassen. Ein Timeout mit Erfolg: Lemgo fing sich und konnte die Führung in der 40. Minute zurückerobern. Ebner, der zum 17:16 traf, kassierte aber in der nächsten Abwehraktion eine Zeitstrafe, sodass der TBV wieder mit einem weniger auskommen musste. Zwei Fehlpässe unterliefen Lemgo kurz hintereinander. Den ersten Tempogegenstoß konnte Johannesson mit einer Wahnsinnsparade gegen Mait Patrail entschärfen, den zweiten nutzte Casper Mortensen zum 19:19. Das Kehmann-Team behielt die Köpfe oben und vor allem kühl: Zieker traf das leere TSV-Tor zur erneuten Führung. Noch eine Viertelstunde war zu spielen und noch immer hatte sich kein klarer Favorit herauskristallisiert, die Führung wechselte hin und her. Für die letzten zehn Minuten brachte der TBV-Coach Piotr Wyszomirski zwischen die Pfosten, der sich gut einfügte, aber gegen Mortensen vom Punkt den Kürzeren zog. 22:24 lag der TBV hinten, als Kehrmann zur nächsten Auszeit bat und anschließend mit Sieben gegen Sechs spielen ließ. Als Spezialist für dieses taktische Mittel kam Youngster Jari Lemke, der direkt zum 23:24-Anschluss traf. Doch Lemgo ließ vorne Bälle liegen, Hannover gelang derweil die erste Drei-Tore-Führung des Abends drei Minuten vor Schluss. Dem TBV lief nun die Zeit davon und obwohl sie bis zum Ende kämpften, mussten die Lemgoer die zwei Punkte in der ausverkauften TUI Arena lassen. 25:27 hieß es am Ende gegen Hannover im letzten Auswärtsspiel des Jahres.  

Florian Kehrmann: Über das ganze Spiel betrachtet kann man mit dem Ergebnis einverstanden sein, trotzdem großer Respekt an meine Mannschaft. Wir haben in der ersten Halbzeit Hannover mit unserer Abwehr vor große Probleme gestellt. Wir wussten über viele Abläufe Bescheid und konnten gut antizipieren. Vorne mussten wir uns jedes Tor hart erarbeiten. Das wussten wir vorher und wir wussten um die Qualität von Hannover, dass sie sehr flexibel decken. Wir haben zur Halbzeit verdient geführt. In der zweiten Hälfte waren wir gerade in den ersten Minuten oft in Unterzahl, dadurch ist Hannover rangekommen. Trotzdem war es ein sehr enges Spiel. In der entscheidenden Phase durfte Pevnov am Kreis viel machen, das hat uns ein bisschen das Genick gebrochen und war auch clever gespielt. In der Phase haben wir dann auch ein, zwei Freie nicht reingeschossen. Wir können erhobenen Hauptes zurück nach Lemgo fahren und ich habe mich auch sehr gefreut, dass uns so viele Fans hier unterstützt haben. Wir werden jetzt regenerieren und uns auf das letzte Spiel gegen die Eulen vorbereiten, das wird nochmal eine heiße Kiste. Ich glaube, dass die Halle so voll war, war eine Wertschätzung für Hannover, aber auch für uns. Es hat sehr viel Spaß gemacht, hier heute Handball zu zeigen und das Spiel hat alles gehabt und deswegen gehe ich nicht ganz unzufrieden nach Hause.

TBV Lemgo: Wyszomirski, Johannesson (1), Kogut (3), Guardiola (1), Ebner (3), van Olphen (1), Theuerkauf (5), Hornke (4), Hübscher, Suton (2), Zerbe, Lemke (1), Bartók, Valiullin, Klimek, Zieker (4)

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